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Sind Podcasts zu lang?

Viele Podcasts dauern über eine Stunde

Ist das zu lang? Müssen Podcast-Episoden kürzer sein, damit Podcasting erfolgreicher wird?

Ich glaube nicht. Ich glaube die Länge ist gegen oben offen. Wichtig ist, dass der Podcast spannend bleibt.

Editieren oder nicht?

Es gibt beide Camps: Die einen wollen, dass Podcasts durch und durch “produziert” werden. Sie sollen gescriptet sein. Jedes Wort soll geplant sein und dann so natürlich wie möglich aufgenommen werden. Am Ende wird daran geschliffen und jedes Geräusch, jedes Ähm entfernt.

Die anderen wollen dass Podcasts authentisch sind und roh. Zwar darf der Ton in der Post-Produktion verbessert werden, aber kein Wort wird entfernt. Nicht mal die Ähms.

Gründe fürs Editieren

  • Du kannst ein Intro und ein Outro hinzufügen.
  • Die Aufnahme wirkt geschliffener.
  • Du kannst den Flow eines Podcasts optimieren.
  • Fehler kannst du eliminieren.
  • Störende Geräusche wie lautes Atmen, Türklingel und Husten kannst du verschwinden lassen.

Gründe gegen das Editieren

  • Du wirst viel, viel mehr Aufwand haben – und somit vermutlich später veröffentlichen.
  • Oder du wirst viel dafür ausgeben müssen. Du bezahlst pro Minute der Aufnahme!
  • Du könntest weniger authentisch wirken.

Wie ich es sehe

Wenn man mit verkraftbarem Aufwand das Hörerlebnis verbessern kann, dann würde ich bearbeiten. Wenn die Ähms vom Content ablenken, können ein paar davon auch verschwinden.

Ich ändere die Reihenfolge so gut wie nie. Also, keine Audiosequenz wird nach vorne geholt oder nach hinten geschickt. Ausnahmen sind Zitate im Intro, oder wenn man am Ende die Einleitung nochmals aufnimmt, wenn die Gäste am Ende deutlich entspannter sind, als am Anfang.

Mir passieren immer wieder Fehler bei der Aufnahme (häufig), oder die Mikrofon-Technik von Gästen ist nicht ideal (seltener). Also braucht es aus meiner Sicht eine Nachbearbeitung.

Ich finde, dass eine Podcast-Episode etwas kosten oder etwas Aufwand verursachen darf. Die Zuhörer*innen nehmen sich ja auch Zeit, deine Episode zu hören.

Die besten Massnahmen für eine gute Qualität passieren aus meiner Sicht aber vor der Aufnahme: Gutes Aufnahme-Equipment, akustisch behandelter Raum, Mic-Technik. Geübte können auch während der Aufnahme darauf achten, dass die Bearbeitung vereinfacht wird: Vermeiden, dass man gleichzeitig redet. Kleine Pausen einbauen, die einen einfachen Schnitt ermöglichen.

Podcasts sind nicht für alle

Nicht selten hört man, dass Podcasts viel zu langatmig sind. Man will es kurz und knackig wie im TV oder Radio.

Dafür gibt es verschiedene Medien. Podcasts sind nicht für alle. Wer lieber schneller zum Punkt kommt, hat andere Medien zur Verfügung.

Ich höre Podcasts nie im Büro. Entweder bin ich unterwegs oder ich treibe Sport. Ich höre Podcasts fast ausnahmslos in Begleitung anderer Tätigkeiten. Es ist für mich nicht vorstellbar, auf einem Stuhl zu sitzen und einen Podcast zu hören. Das bin ich. Du bist vielleicht anders. Manchmal wünsche ich sogar, ich könnte das.

Ebenfalls finde ich es mehr als ok, wenn ich nicht alles am Stück hören kann, weil es einfach länger dauert. Ich sehe das sogar als einen kleinen Motivationsschub:

Nicht alle müssen Podcasts hören. Ich mag es, ein Thema gründlicher zu behandeln. Ebenfalls mag ich es, die Podcast-Hosts mit der Zeit etwas kennen zu lernen. Die kleinen Abschweifungen und die flexiblen Strukturen sind bei mir willkommen.

Hab keine Angst, lange Episoden zu veröffentlichen. Wenn jemand sagt, es sei zu lang, kann es sein, dass der Podcast ihr oder ihm zu lang ist. Möglicherweise gibt es andere, die deine langen Episoden lieben.

Arto Steiner

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