Bestehendes Theme oder eines massschneidern lassen?

Soll ich mir ein massgeschneidertes WordPress Theme bauen lassen oder ein bestehendes nehmen?

Ein massgescheidertes Theme — auch Custom Theme genannt — kostet ein paar tausend Franken mehr und braucht viel länger in der Produktion. Sind der höhere Preis und die längeren Wartezeiten gerechtfertigt?

One Size fits all?

Ist es überhaupt möglich, mit einem bestehenden WordPress Theme eine gute Website zu bauen? Klar ist es das. Das haben schon Millionen bewiesen.

Mit WordPress kann man schnell, gute Websites bauen, weil man nicht überall bei Null beginnen muss. (Ja, ich weiss, WordPress ist keine Garantie für Erfolg oder Qualität.)

In vielen Fällen macht ein Custom Theme keinen Sinn. Das ist meine Meinung. Manchmal kann es aber doch nützlich sein. Ich versuche hier bei dieser Entscheidung zu helfen.

Wer soll ein Theme bauen (lassen)?

Wenn eines dieser Aussage zutrifft, dann macht vielleicht ein massgeschneidertes (Custom) Theme Sinn:

  • Du hast eine Grafik-Firma
  • Du bist Künstler
  • Du möchtest es lernen, Custom Themes zu bauen
  • Das Benutzererlebnis (von Besuchern oder Website-Besitzern) soll mit einem Custom Theme bis ins Detail optimiert werden

Alle anderen: Spart euch die Zeit und das Geld, indem ihr nicht bei Null startet.

Gründe, die ein Custom Theme nicht rechtfertigen

Wenn diese Aussage zutreffen, dann ist von einem Custom Theme abzuraten:

  • Ich kann es selber bauen: Du könntest trotzdem die Zeit sinnvoller nutzen.
  • Ich will ein möglichst individueller Auftritt: Das muss nicht ein Vorteil sein und ist nicht mal zwingend erreicht, nur weil man ein Custom Theme bauen lässt. Ausserdem gibt es viele Themes, die ohne Code-Kenntnisse so individuell gestaltet werden können, dass niemand mehr das Theme erkennt (falls das überhaupt ein Vorteil ist). Und: Bestehende Themes können auch im Code angepasst werden.
  • Mein Projekt, meine Firma ist mir viel wert, ich will in den Erfolg investieren. Viele Eigenschaften von Custom Themes werden dir nicht einen einzigen Kunden mehr bringen.

Die Erfahrung zeigt: Häufig sind die Custom Themes nutzlos

Ein Custom Theme kann ein beeindruckendes, individuelles Kunstwerk sein sein, für das beste Benutzererlebnis optimiert sein und zu mehr Kunden und Verkäufen führen. Ja, theoretisch. Aber wir leben in der realen Welt und da sieht es etwas anders aus:

  • Agenturen bauen Custom Themes, ohne eine grosse Ahnung von UX (User Experience) oder eine gute Strategie zu haben. Der Fokus liegt in der Ästhetik (und der Rechnung, die für diese Arbeiten gestellt werden kann).

Ich habe schon sehr viele Custom Themes gesehen und bei der grossen Mehrheit würde ich sagen, das Geld sei in den Sand gesetzt worden. Darunter fallen folgende Szenarien:

  • Es wird ein Custom Theme erstellt, das nicht anders ist als existierende WordPress-Themes.
  • Es wird ein Custom Theme erstellt, das technisch mit den bestehenden Themen nicht mithalten kann.
  • Es wird ein Custom Theme erstellt, das grafisch mit den bestehenden Themen nicht mithalten kann.
  • Es wird ein Custom Theme erstellt, aber man hat bei den Besuchern aus ganz anderen Gründen keinen Erfolg (Content, Preise, UX, …).

Einfach gesagt: Wenn man schon Zeit und Geld in ein Custom Theme investiert, dann will man wenigstens die entsprechenden Resultate sehen.

Können ein paar tausend Franken sinnvoller eingesetzt werden?

Wenn man sich gegen ein Custom Theme entscheidet: Mit dem Geld, das man spart, kann man einiges machen, das erfahrungsgemäss mehr positive Wirkung zeigt. Beispiele dazu:

  • Strategie optimieren: Höhere Conversion Rates — mehr „Verkäufe“ pro 100 Besucher
  • Google Adwords: Kunden über Google-Werbung gewinnen. Ein paar tausend Franken können hier schon grosses bewirken (wenn die Website „konvertiert“)
  • Facebook-Werbung: Gezielt potentielle Kunden via Facebook-Anzeigen ansprechen. Das ist eine sehr günstige Art, die Aufmerksamkeit von vielen „passenden“ Menschen zu bekommen.
  • Sich ausbilden, um langfristig den Erfolg zu steigern

Ergänzungen, andere Meinung?

Siehst du das anders? Hast du Ergänzungen?

Arto Steiner

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